News

02.10.2019

Bewusstseinsbildung im Stadionwald

Der Zeitpunkt hätte besser nicht sein können. Die Temperaturen vor dem Klagenfurter Stadion erinnern keineswegs an Herbst. T-Shirt-Wetter. Das Projekt For Forest polarisiert. Der Klimawandel beherrscht Politik wie Wirtschaft und das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Um das Projekt For Forest von Klaus Littmann auch den Unternehmern näher zu bringen, luden die Fachgruppen der Sparte Information und Consulting zum Perspektivenwechsel in den Stadionwald. Und über 300 Wirtschaftsreibende folgten der Einladung.

Positive Energie

Spartenobmann Martin Zandonella sieht im Projekt For Forest neue Impulse und eine Chance für Innovation. Genauso wie WKK-Präsident Jürgen Mandl, der den Spirit und die positive Energie des Stadionwalds unterstreicht. Welche Perspektiven sich daraus ergeben, das umrissen insgesamt fünf Experten, die den Wald aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachteten. Den künstlerischen Aspekt hob Helmuth Micheler, Geschäftsführer des Tourismusverbands Wörthersee, hervor. So gehe es vor allem um eine veränderte Wahrnehmung und den Kontrast zwischen Natur und Architektur. "For Forest macht bewusst, was wir an der Natur haben", sagt Micheler.

Reinigende Wirkung

Dass Kärnten ein Waldland ist, das führte Landtagsabgeordneter Christian Benger vor Augen, der das Projekt aus Sicht des Wirtschaftsfaktors Wald unter die Lupe nahm. So wachsen in Kärnten rund 580.000 Hektar Wald - im Stadion steht ungefähr ein Hektar. Wald sei ein starker Wirtschaftsfaktor, schaffe Arbeitsplätze und Einkommen und hat auch eine reinigende Wirkung und Schutzfunktion, so Benger. Deshalb brauche es aktiv bewirtschafteten Wald für eine lebenswerte Zukunft. Dabei müsse es auch um den Rohstoff Holz gehen, so Architekt Markus Klaura, der über Chancen und Potenziale im Holzbau sprach. Holz trage wesentlich dazu bei, Berge an Sondermüll bei alten Gebäuden zu vermeiden und Energie zu sparen. So müsse bereits bei der Wohnbauförderung zwischen herkömmlichen Bauweisen und Holzbau unterschieden werden.

Weniger Zivilisationskrankheiten

Welche Verbindungen wir zum Wald haben, das zeigte Alexandra Haaji, Naturmentorin und Wildnistrainerin. "Ein Wald ist ein Raum, in dem Kreativität entsteht", sagte sie und erklärte, dass ein Spaziergang im Wald das Stresslevel senke. Wald stimuliere das Immunsystem und könne für Naturtherapien eingesetzt werden. So sei es wissenschaftlich bewiesen, dass es in Wohngegenden mit mehr Bäumen weniger Zivilisationskrankheiten gebe. Deshalb müsse Wald in die Stadtplanung einfließen, bekräftigt Dagmar Wallgram, die ein Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur betreibt. "Wir sollten die wilde Landschaft in die Städte holen", sagte sie. Denn im Baumschatten herrsche bereits eine Temperatur, die um rund fünf Grad weniger hoch ist als in der Umgebung. Fassaden mit Grünpflanzen sind so eine optimale Klimaanlage der Zukunft.

Welche Perspektiven die Teilnehmenden mit nachhause genommen haben, wurde im Anschluss noch lange diskutiert. Und bei Führungen konnte man den Wald-Spirit noch einmal in sich aufsaugen.

Hier geht's zur Fotogalerie.

Zurück