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22.11.2019

Kein Vertrag als häufiger Fehler

v. l.: Ingold Wilhelmer, TÜV Austria, Geschäftsstellenleiter Team Ost, Fachgruppenobmann Christoph Aste, Rechtsanwalt Klaus Haslinglehner

Die Initiative prüfING lud zur nächsten Weiterbildungsmöglichkeit und rund 50 Mitglieder der Fachgruppe Ingenieurbüros holten sich aktuelle Infos - diesmal zu den Themen "Gewährleistung, Schadenersatz und Haftung". Der Experte vor Ort war Klaus Haslinglehner, der als Rechtsanwalt und Strafverteidiger in den Bereichen Arbeitsrecht, Baurecht, Insolvenzrecht, Strafrecht, Miet- und Wohnrecht, Vergaberecht, Liegenschafts- und Immobilienrecht sowie Gesellschaftsrecht tätig ist.

Um rechtliche Problematik im Planungsbereich nachvollziehbar darstellen zu können, wurden in der Veranstaltung die Grundlagen von Gewährleistung, Haftung und Schadenersatz beleuchtet - aktuell, praxisgerecht und auch für Nichtjuristen verständlich. Außerdem war Ingold Wilhelmer zu Gast, der spannende Infos zum TÜV Austria lieferte.

Drei Fragen an Klaus Haslinglehner:

Warum sind Gewährleistung, Haftung und Schadenersatz so heikle Themen?
Haslinglehner:
Gewährleistung, Haftung und Schadenersatz spielen im täglichen Bereich, nicht nur bei Ingenieurbüros, sondern im gesamten Bereich der Bauwirtschaft eine wesentliche Rolle. Denn solange die Zusammenarbeit gut funktioniert und alles in Ordnung ist, ist alles eitel Wonne. Sobald die ersten Probleme auftreten, kommt es oft zu Streitereien, die immer über die Bereiche Gewährleistung und Schadenersatz zu lösen sind - letztlich bei den Gerichten.

Mit welchen Problemen kämpfen Unternehmen am häufigsten?
Haslinglehner:
Was macht der Bauherr, wenn etwas nicht passt? Er behaltet den Werklohn ein und begegnet dem Werklohnanspruch mit der sogenannten mangelnden Fälligkeit beziehungsweise mit der nicht gehörigen Erfüllung. Das bedeutet, dass man auf Geld, mit welchem man schon gerechnet hat, warten muss. Oft sind die Mängeleinreden auch nur pro forma erhoben, um sich einer Zahlungsverpflichtung zu entziehen.

Was sind die größten Fehler, die in diesen Bereichen begangen werden?
Haslinglehner:
Einer der häufigsten Fehler, die begangen werden, ist, dass etwas nicht vertraglich geregelt wurde - also dass nichts Schriftliches und keine Dokumentation vorliegt. So hat man als Unternehmer im Nachhinein im werksvertragsrechtlichen Sinn ein gewisses Beweisproblem.

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