21. Juni 2022

Grüne Revolution in der Luftfahrt

Die Pörner Ingenieurgesellschaft mbH mit Hauptsitz in Wien plant - mit dem Leipziger Tochterunternehmen EDL - die weltweit erste Produktionsanlage für e-Kerosin in industriellem Maßstab. Damit eröffnen sich für die Luftfahrtindustrie ganz neue Perspektiven in eine CO2-neutrale Zukunft.

Damit Fliegen in Zukunft nachhaltiger wird und von dem Stereotyp „Klimakiller“ Abstand nimmt, werden Alternativen gesucht, die CO2-Emissionen im Flugverkehr zu reduzieren. Die Pörner Gruppe gestaltet den Weg in eine grüne Zukunft der Luftfahrtindustrie aktiv mit und plant mit ihrer Tochter EDL, den Bau der weltweit ersten industriellen Anlage zur Herstellung von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) auf Basis von erneuerbarem Strom. Die rund 700 Millionen Euro teure Anlage soll nahe Leipzig 2026 in Betrieb gehen.

Fortschrittliches PtL-Vorzeigeprojekt

In der sogenannten HyKero-Anlage sollen 50.000 Tonnen grünes Kerosin erzeugt werden, was dem weltweit größten Produktionsvolumen von PtL-Kerosin entspricht. Für die Herstellung des nachhaltigen synthetischen Flugkraftstoffs werden lediglich grüne Ausgangsstoffe benötigt: Wasser, Biomethan und Strom aus erneuerbaren Quellen. Mittels Elektrolyse wird damit grüner Wasserstoff und Synthesegas erzeugt, welches anschließend mit dem Fischer-Tropsch-Verfahren und weiteren nachgelagerten Prozessstufen in grünes Kerosin umgewandelt wird.

Als entscheidender Vorteil für die grüne Alternative spricht, dass weder Triebwerke noch die Betankungsinfrastruktur abgeändert werden müssen. Das PtL-Kerosin ist sofort einsatzbereit und kann ohne weitere Bedenken dem herkömmlichen Kraftstoff beigemischt werden. Durch die Wiederverwendung der Nebenprodukte innerhalb der HyKero-Anlage wird ein CO2-neutraler Fußabdruck der Anlage gewährleistet.

„Unser Projekt verbindet die Erzeugung von grünem Wasserstoff mit der Herstellung von nachhaltigem PtL-Kerosin. Somit haben wir die Möglichkeit, einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Luftfahrtbranche zu leisten und den CO2-Ausstoß signifikant zu verringern“, so Dr. Michael Haid, CEO der EDL Anlagenbau Gesellschaft mbH in Leipzig und fügt hinzu: „Um den zunehmenden Bedarf an grünem Wasserstoff zu decken, ist der Elektrolyseteil der Anlage bereits so konzipiert, dass die Kapazität von 110 auf 200 Megawatt erhöht werden kann.“

Christian Geyrhofer von Pörner Linz und Ansprechpartner für Green Economy bei Pörner Österreich ergänzt: „Pörner beschäftigt sich schon seit langem sowohl mit PtX als auch mit der Produktion von Bio-Energie auf Pyrolyse- / Vergasungsbasis. Wir haben mehrere laufende Projekte und stehen der oberösterreichischen Industrie mit unserem Know-how zur Verfügung, ihre Produktion energieeffizient und klimafreundlich zu gestalten.“

 

 

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