Unter dem Begriff "Wettbewerb bzw. Wettbewerbsverfahren" versteht man ein formalisiertes Verfahren, welches in Konkurrenz geistiger Dienstleistungen zu einer vorgegebenen Aufgabenstellung, mit oder ohne visuelle Darstellungen, aus der Anzahl der eingereichten Wettbewerbsarbeiten der TeilnehmerInnen mittels geeigneter Beurteilungskriterien eine oder mehrere Wettbewerbsarbeit(en) auswählt bzw. auszeichnet.

Wettbewerbe sind prinzipiell qualitätsbasierte, projektorientierte Auswahlverfahren; sie sind für alle Arten von AusloberInnen/AuftraggeberInnen gleichermaßen geeignet.

Wettbewerbsverfahren bieten einerseits dem/der AusloberIn/AuftraggeberIn die Möglichkeit, den kreativen Lösungsspielraum mehrerer qualifizierter Fachleute im direkten Vergleich zu nutzen, und andererseits kann dieser/diese seiner/ihrer kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung in hohem Maß gerecht werden.

Nicht zu unterschätzen ist jedoch, dass ein Wettbewerbsverfahren aufgrund des damit verbundenen Aufwandes in der Regel nur dann vertretbar ist, wenn einerseits die dafür anfallenden Kosten des gesamten Verfahrens (das sind die Kosten des/der Auslober(s)In/Auftraggeber(s)In selbst für Organisation, Durchführung, Vorprüfung, Preisgericht usw. sowie die Kosten der Wettbewerbsausarbeitung durch die einzelnen TeilnehmerInnen zusammen) im Verhältnis zu den Realisierungskosten zu rechtfertigen sind und andererseits die Aufgabenstellung wettbewerbsgeeignet erscheint.

Jedenfalls sind Wettbewerbsverfahren geeignet und gerechtfertigt, wenn mit der Aufgabenstellung hohe Anforderungen hinsichtlich Innovation, Gestaltung, Funktionalität, Technik/Konstruktion, Ökologie und Ökonomie verbunden sind.