Projekt Nordraum: Erdwärme-Sondenfeld mittels Gebäudesimulation um 38 % reduziert
LEISTUNGSBESCHREIBUNG
Der Gewerbepark Nordraum umfasst Büro-, Vertriebs-, Produktions- und Lagerflächen mit einer BGF von ca. 17.000 m². Bei Planung und Errichtung wurde großer Werte auf Nachhaltigkeit gelegt. Dazu wurde von Beginn an konsequent an der Umsetzung einer Wärmepumpenanlage mit Tiefensonden und Bauteilaktivierung zur Wärme- und Kälteabgabe festgehalten.
Das Ingenieurbüro Gratzl wurde bereits zu einem frühen Zeitpunkt in die Planung eingebunden. Der Leistungsumfang umfasste eine Gebäudesimulation zur optimierten Auslegung der Wärmepumpenanlage, die Abwicklung des Fördermanagements und endete mit einem Konzept zur Verrechnung von Wärme- und Kältekosten an die Mieter.
Die Gebäudesimulation zeigte bereits sehr früh ein hohes Einsparpotential bei der erforderlichen Wärmepumpenanlage. Ausgehend von einer ermittelten Heizleistung von 500 kW konnte eine Reduktion auf 310 kW erzielt werden. Das erforderliche Sondenfeld wurde mittels Bohrfeldsimulation (durch Fa. EnerGreen) dahingehend optimiert, dass eine ideale Sondenanordnung zur bestmöglichen Wärme- und Kältenutzung erreicht wurde.
Maßgeblich dafür war insbesondere die detaillierte Betrachtung der Hallenbaukörper in Sandwichbauweise. Aufgrund des hohen umschlossenen Luftvolumens wirken sich sowohl Falschluftraten (Infiltration) als auch hygienische Luftwechselraten besonders stark auf die Lüftungswärmeverluste und in weiterer Folge die erforderliche Heiz- und Kühlleistung aus. Indem auf die Luftdichtigkeit der Sandwichfassade und Öffnungszeiten von Schnelllauftoren hohes Augenmerk gelegt wurde, konnten die anzusetzenden Falschluftraten stark reduziert werden. Daraus wurden Vorgaben an den ausführenden Generalunternehmer definiert, die im Nachgang mittels Blower-Door-Tests in allen Hallen nachgeprüft wurden. Die im Vergleich zu den gesetzlichen Anforderungen sehr strengen Vorgabewerte konnten problemlos eingehalten werden.
VERRECHNUNG WÄRME & KÄLTE
Gemeinsam mit dem Auftraggeber, der die Mehrinvestitionen in die Wärmepumpenanlage mit Sondenfeld und die Bauteilaktivierung zu tragen hat, wurde ein Verrechnungskonzept für Wärme und Kälte an die Mieter entwickelt. Dabei werden die Mehrinvestitionen abzgl. Förderungen als flächenabhängige Basispauschale verrechnet. Die tatsächlichen Verbrauchskosten sind an den Gewerbestrompreis des Stromversorgers für die Wärmepumpe gekoppelt, wodurch die Indexanpassung entfallen kann. Durch die Kombination aus Geothermieanlage, Bauteilaktivierung, PV-Nutzung und optimierter Gebäudequalität liegen die Energiekosten für die Mieter um 60 % unter jenen von Vergleichsobjekten.
EFFEKTE
- Reduktion Wärmepumpenleistung von 500 kW auf 310 kW
- Kosteneinsparung Sondenfeld ca. 300.000 EUR
- Kosteneinsparung Heizungsanlage Wärmepumpe nicht beziffert
- individuelles Verrechnungsmodell Wärme und Kälte
- Energiekosten für Mieter 60 % geringer als bei Vergleichsobjekten
Bildrechte: Ingenieurbüro Gratzl, RVG, EnerGreen
Downloads: Fallbeispiel-Nordraum
